Ansteckungsrisiko durch blutverschmierte Spritze

Schwerpunkt: HIV & Männer, HIV Allgemein
25.07.2017
Im September 2014 bin ich an einem Baggersee in eine blutverschmierte Spritze getreten. Ca. 4 Wochen später entwickelte ich einen starken Husten, ca. 2-3 Monate später einen Gewichtsverlust von ca. 15 kg und gelegentlichen Nachtschweiß. Gewichtsverlust und Nachtschweiß sind komplett verschwunden, das alte Gewicht ist wieder mehr als zurück. Dennoch habe ich verschiedene Beschwerden wie z.B.: Verdickung der Wangenschleimhaut, zeitweise belegte Zunge, Hautbrennen im oberen Rücken, Haarausfall an den Rückseiten der Waden. Verschiedenen durchgeführte Tests auf HIV und Hepatitis A, B und C waren negativ. Zuletzt wurde am 04.07.2017 also fast 3 Jahre danach getestet. Kann man eine Infektion defintiv ausschließen oder gibt es ein, wenn auch noch so geringes Restrisiko?

Sehr geehrter Fragender, 

vielen Dank für Ihre Anfrage über die Internetplattform www.my-micromacro.net. 

Zunächst einmal verliert HIV außerhalb des Körpers - also auch in einer Spritze - schnell an Infektiosität. Die Membranhülle des Virus ist sehr empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und Austrocknung. Es ist also SEHR unwahrscheinlich, sich durch den Stich einer (vermutlich seit längerem im Sand liegenden) Injektionsnadel mit HIV zu infizieren. 

Ein negativer HIV-Antikörper-Antigentest nach 6 Wochen gilt mit größter Wahrscheinlichkeit als sicherer Ausschluss einer HIV-Infektion. Wenn Sie drei Jahre nach dem vermeintlichen Infektionsereignis negative Tests aus HIV und Hepatitis B/C haben, können Sie diese Infektionen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen. 

Ich freue mich, wenn ich Ihnen weitergeholfen habe. 

Mit freundlichen Grüßen 

Dr. med Tobias Glaunsinger