Glossar für Fachausdrücke

A

  • Abhängigkeit

    Unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand (z. B. innere Ruhe, Euphorie, Glückgefühl), der bei Substanzabhängigkeit durch bestimmte Substanzen (z. B. illegale Drogen, Alkohol) oder bei abhängigem Verhalten durch bestimmte Verhaltensweisen (z. B. Glücksspiel) hervorgerufen wird. Auch als Sucht bezeichnet.

  • Adhärenz

    Ausmaß, in dem das Verhalten des Patienten mit der Empfehlung des Arztes übereinstimmt.

  • Agoraphobie

    Wörtlich "Platzangst" - Angsterkrankung, bei der die Angstzustände durch bestimmte Situationen wie freie Plätze oder Menschenmengen ausgelöst werden. Häufig kombiniert mit Panikstörung/Panikattacken.

  • Akuttherapie

    Psychotherapeutische Behandlung mit einer maximalen Dauer von 12 Sitzungen (nach Erstgespräch).

  • Amphetamine (Speed, Pep)

    Gruppe von Substanzen mit antriebssteigernder und euphorisierender Wirkung. Schlafbedürfnis und Appetit werden gemindert. Verwendung in der Medizin bei ADHS und Narkolepsie. Sehr häufig Gebrauch als illegale Droge, z. B. im Rahmen von Chemsex. Zu den Amphetaminen gehören auch Mephedron und Crystal Meth.

  • Analytische Psychotherapie/Psychoanalyse

    Psychotherapieverfahren, die auf komplexen psychoanalytischen Theorien der seelischen Funktion basieren. Grundannahme ist, dass unbewusste seelische Vorgänge das Verhalten mitbestimmen und am Entstehen psychischer Störungen beteiligt sind. 

  • Angststörungen

    Seelische Erkrankung als Reaktion auf schwer belastende Lebensereignisse wie z. B. Erstdiagnose einer HIV-Infektion. Am häufigsten treten depressive Reaktionen oder Angstreaktionen auf.

  • Anpassungsstörung

    Seelische Erkrankung als Reaktion auf schwer belastende Lebensereignisse wie z. B. Erstdiagnose einer HIV-Infektion. Am häufigsten treten depressive Reaktionen oder Angstreaktionen auf.

  • Antidepressiva

    Gruppe von Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen (Singular: Antidepressivum).

  • Antihistaminika

    Gruppe von Arzneimitteln, die in erster Linie zur Behandlung von Allergien eingesetzt werden. Da einige Wirkstoffe auch schlaffördernd wirken, werden sie als frei verkäufliche Schlafmittel eingesetzt. Bei regelmäßigem Gebrauch besteht das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit (Singular: Antihistaminikum).

  • Antipsychotika

    Gruppe von Arzneimitteln, die teils zur Behandlung wahnhafter Symptome, teils als Beruhigungs- und Schlafmittel eingesetzt werden (Singular: Antipsychotikum).

  • Antiretroviral

    Antiretroviral bedeutet gegen Retroviren gerichtet. Da HIV ein Retrovirus ist, spricht man bei der HIV-Behandlung auch von „antiretroviraler Therapie“.

  • Antiretrovirale Medikamente

    Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion, die sich gegen Retroviren wie das HI-Virus richten und deshalb als antiretroviral bezeichnet werden. 

  • Arzneimittelresistenz

    Bedeutet, dass das HIV nicht mehr auf das/die antiretrovirales(n) Medikament(e) anspricht.

  • Asexuell

    Fehlende sexuelle Anziehung gegenüber anderen oder fehlendes Verlangen nach Sex.

B

  • Benzodiazepine

    Gruppe von Wirkstoffen mit beruhigender, angstlösender und schlaffördernder Wirkung. Bei regelmäßigem Gebrauch hohes Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit.

  • Blister

    Plastik- oder Alufolien in die einzelne oder mehrere Tabletten eingeschweißt werden.

  • Boosting

    (engl.: to boost: verstärken, in die Höhe treiben) Verwendung eines Medikaments, um den Blutspiegel eines anderen Medikaments zu erhöhen. 

C

  • CD4-Zelle

    Helferzellen des Immunsystems

  • CD4-Zellzahl

    Die CD4-Zellzahl gibt die Anzahl bestimmter Zellen (CD4-Zellen, auch "Helferzellen" oder "T4-Zellen" genannt) des Immunsystems an, die durch das HI-Virus befallen werden können, und die für ein funktionierendes Abwehrsystem wichtig sind. 

  • CD4-Zellzahlbestimmung

    Eine Blutuntersuchung, die die Anzahl der CD4-Zellen in Ihrem Blut bestimmt, die ein wichtiger Hinweis auf den allgemeinen Zustand Ihres Immunsystems und auf das Fortschreiten der HIV-Infektion ist. 

  • Cannabis

    Hanfplanze, deren Blütentrauben und Blätter unter anderem den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten, der eine entspannende und beruhigende Wirkung hat. Verwendung in der Medizin z. B. gegen Übelkeit oder zur Appetitsteigerung bei Krebspatienten. Häufig Gebrauch als illegale Droge.

  • Chemsex

    Gebrauch bestimmter, meist illegaler, Drogen vor oder zum Sex gemeint. Am häufigsten verwendet werden Cannabis, Ecstasy, GBL bzw. GHB, Amphetamine (Speed), Crystal Meth, Kokain, Ketamin, LSD und Poppers.

  • Chronifizierung

    Längeres Anhalten einer Erkrankung (z. B. mehr als vier Wochen) mit Übergang in ein Krankheitsstadium, in dem Krankheitsfolgen auftreten können, z. B. auf sozialer Ebene (Arbeitsplatzverlust, sozialer Rückzug)  und/oder medizinischer Ebene (Komplikationen bzw. Folgeerkrankungen wie z. B. Substanzabhängigkeit).

  • Coming Out

    Kurzform von "coming out of the closet" (= aus dem Schrank kommen). Öffentlichmachen z. B. der sexuellen Orientierung oder auch der HIV-Infektion.

  • Compliance

    Therapietreue: Der Patient befolgt was der Arzt empfohlen hat.

  • Crystal Meth (Ice, Tina)

    Metamphetamin - illegale Droge, die z. B. im Rahmen von Chemsex verwendet wird. Konsum meist nasal oder geraucht (Icepipe), seltener geschluckt oder intravenös gespritzt. Sehr hohes Risiko einer Abhängigkeit mit gravierenden psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen.

D

  • DSM

    Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Diagnosemanual der American Psychiatric Association, nach dem (auch für Forschungszwecke) psychische Erkrankungen diagnostiziert werden.

  • Depression

    Seelische Erkrankung mit den Leitsymptomen traurige Verstimmung, Verlust von Freude und Interesse an normalerweise angenehmen Aktivitäten sowie Müdigkeit, Kraft- und Lustlosigkeit.

  • Diabetiker

    An Diabetes mellitus, einer Zuckerstoffwechselstörung, erkrankte Person.

  • Diskriminierung

    Ungleichbehandlung (meist Ausgrenzung, Benachteiligung oder Herabwürdigung) einer Person aufgrund deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (z. B. Rasse, Religion oder sexuelle Orientierung). Diskriminierung ist meist Folge vorhergehender Stigmatisierung. 

E

  • EMDR

    Eye Movement Desensitization and Reprocessing - psychotherapeutische Behandlungsmethode für traumatisierte Personen.

  • Ecstasy

    MDMA oder ähnliche Wirkstoffe enthaltende Pillen, Kristalle oder Pulver. Wird als Partydroge oder im Rahmen von Chemsex eingenommen werden, v. a. zur Verringerung von Hemmungen und Kontaktängsten ("Kuscheldroge"). MDMA gehört zur Gruppe der Amphetamine.

  • Einzeltherapie

    (Psychotherapeutische) Behandlung einer einzelnen Person (im Gegensatz zu Gruppentherapie oder Paartherapie).

  • Entspannungsverfahren, Entspannungsübungen

    Übende Verfahren zur Verminderung körperlicher und psychischer Anspannung. Am bekanntesten sind Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) und Autogenes Training (AT).

  • Essstörung

    Erkrankung mit dem Leitsymptom gestörten Essverhaltens. Am häufigsten sind Bulimie (Essanfälle und nachfolgendes Erbrechen) sowie Anorexia nervosa (= Magersucht, verminderte Nahrungsaufnahme mit Untergewicht). Auch stark ausgeprägtes Übergewicht aufgrund erhöhter Kalorienzufuhr gehört dazu.

F

  • Fusionshemmer

    Fusionshemmer, gehören zur neuesten Gruppe der verfügbaren antiretroviralen Medikamente und verhindern, dass das HIV in die gesunden Zellen des Körpers eindringt. Das derzeit einzig verfügbare Medikament dieser Klasse muss als Spritze verabreicht werden. 

G

  • GBL/GHB

    Gamma-Butyrolacton/Gamma-Hydroxy-Butyrat. Als Droge mit alkoholähnlicher Wirkung eingesetzt, z. B. im Rahmen von Chemsex, aber auch als KO-Tropfen.

  • Genotypischer Test

    Dabei handelt es sich um einen Resistenztest, bei dem eine Blutprobe mit HIV untersucht wird, um festzustellen, ob es zu irgendwelchen Mutationen gekommen ist. 

  • Großes Blutbild

    Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit (Anteil des Volumens der roten Blutkörperchen am Gesamtblut), weißen Blutkörperchen (Leukozyten), roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut. 

  • Gruppentherapie

    Psychotherapeutische Behandlung mehrerer Personen, meist 6 - 10 (im Gegensatz zu Einzel- oder Paartherapie).

H

  • HBV

    Hepatitis B Virus

  • HET

    Hormonersatztherapie; kann bei Wechseljahresbeschwerden hiflreich sein. Ob eine HET angewendet wird, entscheidet im Einzelfall der Frauenarzt.

  • HIV

    Humanes Immundefizienz Virus  bzw. Menschliches Immunschwäche Virus. Löst eine Immunschwäche aus, die unbehandelt zu AIDS führt.

  • HIV-Mutation

    Eine Veränderung im Erbgut des HIV. 

  • HbA1c-Test

    Eine Blutuntersuchung, um festzustellen, wie der Blutzuckerspiegel in den letzten 3 Monaten im Durchschnitt war. 

  • Hepatitis-C-Virus (HCV)

    Eines der bekannten Hepatitis-Viren, die eine Hepatitis (Leberentzündung) hervorrufen. 

  • Heteronormativität

    Zweigeschlechtlichkeit (Mann und Frau) und heterosexuelles Verhalten werden - meist unhinterfragt - als für alle Menschen gültige Norm betrachtet. Damit geht häufig Homonegativität einher.

  • Hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)

    Eine Kombination aus Medikamenten gegen das HI-Virus, die zusammengestellt wird, um das Virus an der Vermehrung zu hindern. 

  • Homonegativität

    Negative Einstellung gegenüber homosexuellen Personen.

  • Homophobie

    Älterer, aber noch weit verbreiteter Begriff für Homonegativität. Es liegt jedoch nicht zwangsläufig eine Angst (Phobie) vor homosexuellen Personen vor.

  • Homosexualität

    Sexuelle Orientierung, bei der sich die romantische und erotische Anziehung auf Personen des selben Geschlechts richtet.

  • Humanpapillomviren

    HP-Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, bestimmte HPV-Stämme können an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein. Mittlerweile gibt es Impfungen gegen HPV, diese können jedoch nur dann wirken, wenn noch keine Infektion erfolgt ist.

  • Hypnotikum

    Ein Schlafmittel oder Hypnotikum ist ein Stoff, der den Schlafvorgang fördert.

I

  • ICD

    International Classification of Diseases. Offizielles Diagnosemanual der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach dem auch in Europa Diagnosen in allen Bereichen der Medizin gestellt werden.

  • Infektionsrisiko

    HIV ist vor allem durch ungeschützten Sex und durch Blutkontakt übertragbar.

  • Insertiver Geschlechtsverkehr

    Einführender Geschlechtsverkehr, dringt selbst ein.

  • Interaktion

    Wenn mehrere Arzneimittel (oder Arzneimittel und Drogen) gleichzeitig oder in kurzem Abstand eingenommen werden, können die Wirkungen sich gegenseitig beeinflussen. Möglich sind a) Wirkungsverstärkung, was zu relativer Überdosierung und damit verstärkten Nebenwirkungen führen kann oder b) Wirkungsabschwächung, was die Wirksamkeit beeinträchtigen kann, wenn ein gleichmäßiger Medikamentenspiegel aufrechterhalten werden muss (wie bei der ART).

  • Internalisierung

    Häufig unhinterfragte Verinnerlichung gesellschaftlicher Einstellungen und Normen.

K

  • Ketamin

    In der Medizin als Schmerz- und Narkosemittel verwendet. Missbräuchlicher Gebrauch z. B. im Rahmen von Chemsex.

  • Klaustrophobie

    Angst vor bzw. in engen Räumen ohne Fluchtmöglichkeit, z. B. im Aufzug oder im Flugzeug.

  • Klient

    Empfänger von beratenden Dienstleistungen. In der Psychotherapie manchmal gleichbedeutend mit dem Begriff Patient verwendet.

  • Kognitive Störungen

    Denkstörungen, Bewusstseinsstörungen

  • Kokain

    Illegale Droge mit stimulierender Wirkung. Wird meistens geschnupft, aber auch geraucht (Crack) oder intravenös injiziert. Verursacht Euphorie und Gefühl der Leistungssteigerung.

  • Konflikt, psychischer

    Zusammentreffen scheinbar oder tatsächlich miteinander unvereinbarer Ziele. Z. B. gleichzeitiger Wunsch nach vollständiger Freiheit und enger Beziehung.

  • Konversionstherapie

    "Behandlung" mit dem Ziel, die sexuelle Orientierung zu verändern, z. B. eine homosexuelle in eine heterosexuelle Orientierung umzuwandeln. Konversionstherapien werden heute von seriösen Therapeuten als unethisch und schädlich abgelehnt.

  • Kreuzresistenz

    Von Kreuzresistenz spricht man, wenn die Resistenz (Widerstandsfähigkeit) gegen ein antiretrovirales Medikament gleichzeitig auch eine Resistenz gegen ein anderes antiretrovirales Medikament bewirkt. 

  • Krise, psychische

    Akuter seelischer Leidenszustand, meist ausgelöst durch ein schwerwiegendes Ereignis, das die seelischen Verarbeitungsmöglichkeiten einer Person überfordert.

  • Kurzzeittherapie

    Psychotherapeutische Behandlung mit einer maximalen Dauer von 24 Sitzungen (nach Erstgespräch und probatorischen Sitzungen).

  • Körperorientierte Therapie

    Psychotherapeutische Behandlungen, bei denen  körperliche Wahrnehmungen genutzt werden, um unbewusste seelische Prozesse aufzudecken.

L

  • LGBTQ

    LGBTQ ist die Abkürzung für die englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transexuell/Transgender und Queer.

  • LSD

    Lysergsäurediethylamid. Illegale Droge, die Halluzinationen verursacht. Gebrauch u. a. im Rahmen von Chemsex.

  • Laktatazidose

    Eine mögliche schwere Nebenwirkung bestimmter antiretroviraler Medikamente, die sich in Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen äußert.

  • Langzeittherapie

    Psychotherapeutische Behandlung mit einer Dauer zwischen 25 und 300 Sitzungen (nach Erstgespräch und probatorischen Sitzungen).

  • Late Presenter

    Erstdiagnose bei bereits deutlich fortgeschrittenem Immundefekt mit niedriger CD4-Zahl und/oder Aids-definierenden Erkrankungen.

  • Libido

    Synonym für sexuelles Begehren bzw. die Lust auf Sex.

  • Lipidprofil

    Wird durch Blutuntersuchungen ermittelt, mit denen die Konzentrationen von Cholesterin und Triglyzeriden im Blut gemessen werden. 

  • Lipodystrophie

    Eine Nebenwirkung einiger antiretroviraler Medikamente, bei der es zu einer Störung der Fettverteilung im Körper kommt. An manchen Stellen (Arme, Beine, Gesäß, Gesicht) verschwindet Unterhautfettgewebe, während sich an anderen Stellen (Bauch, Nacken, Brüste) vermehrt Fett ansammeln kann. 

M

  • Malariaprophylaxe

    Malaria ist eine gefährliche Tropenkrankheit. Bei Reisen in entsprechende Länder kann die Einnahme bestimmter Medikamente sinnvoll sein, um eine Infektion mit Malaria zu verhindern.

  • Medikamentenspiegel

    Medikamente können nur dann gut wirken wenn eine bestimmte Wirkstoffkonzentration im Blut vorliegt. Ist die Konzentration geringer wirkt das Medikament nicht, ist sie zu hoch können Nebenwirkungen deutlich zunehmen. 

  • Mephedron

    Mephedron ist eine illegale Droge aus der Gruppe der Amphetamine.

  • Mutation

    Siehe HIV-Mutation. 

N

  • Nachweisbar

    Man spricht von einer 'nachweisbaren' Viruslast, wenn bei einem HIV-Bluttest Kopien des HI-Virus im Blut festgestellt werden (derzeit liegt die Nachweisgrenze der Testverfahren bei etwa 50 Viruskopien pro ml Blut). 

  • Nachweisgrenze

    Konzentration von Viruspartikeln im Blut, unterhalb derer ein Nachweis mit modernen Methoden nicht möglich ist. Wenn die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze liegt sind nur sehr wenige Viren im Blut vorhanden.

  • Nicht nachweisbar

    Von 'nicht nachweisbar' spricht man, wenn bei einer Blutuntersuchung wegen zu geringer Mengen an Viruskopien kein HIV nachzuweisen ist. Derzeit liegt die Nachweisgrenze der Testverfahren bei etwa 50 Viruskopien pro ml Blut. 

  • Nicht-nukleosidale reverse Transkriptasehemmer

    Eine Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die Wirkung des gleichen Enzyms ("Werkzeug" des Virus) hemmen wie die NRTIs, sich aber chemisch von diesen unterscheiden. 

  • Nukes

    Siehe NRTIs. 

  • Nukleosidale reverse Transkriptasehemmer

    Die älteste Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die Fähigkeit des HIV hemmen, sein Erbmaterial zu kopieren. Ohne diese Kopien können keine neuen HI-Viren gebildet werden. 

  • Nukleosidanaloga

    Siehe Nukleosidale reverse Transkriptasehemmer.

O

  • Opportunistische Infektionen

    Häufig bei HIV/AIDS auftretende Infektionen, die durch die Schwächung des körpereigenen Immunsystems entstehen. Dies kann bei HIV-Infizierten mit niedrigen CD4-Zellzahlen der Fall sein, aber auch z. B. bei Patienten nach Organtransplantationen, die abwehrschwächende Medikamente einnehmen müssen.

     

P

  • Panikattacke

    Akuter Angstanfall, meist vorwiegend auf körperlicher Ebene empfunden (z. B. Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Ohnmachtsgefühl) - Leitsymptom der Panikstörung, einer Angsterkrankung.

  • Pathologisierung

    Verhaltens- oder Erlebensweisen als krank ansehen und erklären (selbst wenn diese nicht zu einem Leiden führen, sondern nur von einer Norm abweichen).

  • Pearl-Index

    Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode. Ein Pearl Index von 15 bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden und regelmäßig Sex haben, 15 Frauen schwanger werden.

  • Peergroup

    Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Eigenschaften (z. B. Alter, soziale Herkunft) und Interessen bzw. Vorlieben.

  • Perinatale Übertragung

    Die Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind während der Geburt des Kindes. 

  • Periphere Neuropathie

    Ein Krankheitsbild, bei dem die Nerven in den Füßen und Beinen sowie gelegentlich auch in den Armen und Fingern geschädigt sind und nicht mehr richtig funktionieren. In den betroffenen Regionen kommt es zu Taubheit, Kribbeln oder Schmerzen. 

  • Phobie

    Angsterkrankung mit dem Leitsymptom Furcht vor einer bestimmten Sache oder Situation. Häufig sind z. B. Höhenphobie oder Tierphobien.

  • Phänotypischer Test

    Ein Resistenztest, mit dem die Fähigkeit des HIV gemessen wird, sich während einer antiretroviralen Behandlung zu vermehren. 

  • Poppers

    Illegale Droge, die Alkylnitrite in flüssiger Form enthält. Führt nach Inhalation aufgrund einer Erweiterung der Blutgefäße zu einem kurzen Rauschzustand mit sexueller Stimulation und verringerter Schmerzempfindung. Weiterer erwünschter Effekt ist die Entspannung der glatten Muskulatur, um den Analverkehr zu erleichtern. Wird häufig im Rahmen von Chemsex verwendet.

  • Post-Expositions-Prophylaxe

    Medikamenteneinnahme nach einem meist sexuellen Kontakt mit einer HIV positiven Person, um eine Infektion zu verhindern. Muss innerhalb von maximal 24-72h begonnen werden.

  • Probatorische Sitzung

    Probesitzung vor Beginn einer Psychotherapie. Dient u. a. dem Kennenlernen von Therapeut*In und Patient*In sowie der Diagnostik und Therapieplanung.

  • Prophylaxe

    Prophylaxe bedeutet Vorbeugung bestimmter Erkrankungen. Damit bestimmte Bakterien sich nicht ausbreiten können, kann es z. B. bei geschwächtem Immunsystem sinnvoll sein, Antibiotika einzunehmen.

  • Protease

    Bestimmtes Enzym, welches Proteine spaltet und bei der Virusvermehrung eine wichtige Rolle spielt.

  • Proteasehemmer

    Eine Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die HIV-Protease hemmen, ein Enzym ("Werkzeug" des Virus), das das HIV braucht, um sich zu vermehren. 

  • Psychoanalyse

    Psychotherapieverfahren, die auf komplexen psychoanalytischen Theorien der seelischen Funktion basieren. Grundannahme ist, dass unbewusste seelische Vorgänge das Verhalten mitbestimmen und am Entstehen psychischer Störungen beteiligt sind. 

  • Psychodynamik

    Lehre von der Wirkung innerseelischer Kräfte, wie z. B. bestimmter, häufig unbewusster Motive des Handelns, und der seelischen Reaktionen auf Ereignisse.

  • Psychopharmaka

    Arzneimittel die auf das zentrale Nervensystem wirken und so das seelische Erleben beeinflussen. Dazu gehören z. B. Antidepressiva, Antipsychotika und Hypnotika (Singular: Psychopharmakon).

  • Psychosomatik

    Lehre von der Verflechtung und den Wechselwirkungen zwischen sozialen, seelischen und biologischen Vorgängen (eigenständiges medizinisches Fachgebiet).

  • Psychotherapie

    Diagnostik und Behandlung seelischer Störungen mit kommunikativen Mitteln (meist Gespräch, aber z. B. auch übende Verfahren). Es existiert eine Vielzahl z. T. sehr unterschiedlicher Psychotherapieverfahren.

R

  • Reparative Therapie

    "Behandlung" mit dem Ziel, die sexuelle Orientierung zu verändern, z. B. eine homosexuelle in eine heterosexuelle Orientierung umzuwandeln. Konversionstherapien werden heute von seriösen Therapeuten als unethisch und schädlich abgelehnt.

  • Repellent

    Cremes, Lotions oder Spray, die Insekten abhalten. 

  • Resistenzen

    HIV Medikamente wirken, indem sie die Vermehrung der HI-Viren behindern. Im Laufe einer Behandlung können jedoch Viren Abwehrstrategien gegen die Wirkstoffe entwickeln, wodurch diese dann unwirksam werden. In diesem Falle spricht man von Resistenz. Resistenzen können sich besonders dann entwickeln, wenn die Viruslast trotz Behandlung hoch ist.

  • Restless-Legs-Syndrom

    Neurologische Erkrankung mit verstärkt im Schlaf auftretendem Bewegungsdrang und unwillkürlichen Bewegungen in den Beinen (seltener den Armen), verbunden mit Missempfindungen.  

  • Retrovirus

    Bestimmtes Virus, welches als Erbinformation RNS besitzt (der Mensch besitzt DNS) und daher das Enzym Reverse Transkriptase benötigt, um die eigene RNS in DNS umzuschreiben, weil die Virus-Erbinformation nur als DNS in die menschliche DNS eingebaut werden kann. HIV ist ein Retrovirus. Die Medikamente werden daher als „antiretroviral“ bezeichnet.

  • Reverse Transkriptase

    Bestimmtes Virus, welches als Erbinformation RNS besitzt (der Mensch besitzt DNS) und daher das Enzym Reverse Transkriptase benötigt, um die eigene RNS in DNS umzuschreiben, weil die Virus-Erbinformation nur als DNS in die menschliche DNS eingebaut werden kann. HIV ist ein Retrovirus. Die Medikamente werden daher als „antiretroviral“ bezeichnet.

  • Rezeptiver Geschlechtsverkehr

    Empfangender Geschlechtsverkehr, dringt selbst nicht ein.

S

  • SSRI

    Selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer; Gruppe von Antidepressiva.

  • Scham

    Gefühl der Verlegenheit oder Bloßstellung, z. B. bei Verletzung der Intimsphäre oder weil die Person glaubt, nicht den Erwartungen und Normen zu entsprechen.

  • Selbsthilfe

    Zusammenschluss von Personen mit einem ähnlichen Problem oder Anliegen in Selbsthilfeorganisationen (z. B. Deutsche Aidshilfe) und Selbsthilfegruppen (z. B. Coming-Out-Gruppen oder Positivengruppen). Selbsthilfeorganisationen vertreten die Interessen der betroffenen Gruppen nach außen. Siehe Selbsthilfegruppen.

  • Selbsthilfegruppe

    Regelmäßige Treffen von Personen mit einem ähnlichen Problem oder Anliegen (z. B. Coming-Out-Gruppen oder Positivengruppen). Ziele der Selbsthilfegruppen sind Informations- und Erfahrungsaustausch, praktische Lebenshilfe und emotionale Unterstützung unter Betroffenen (oder Angehörigen). Im Gegensatz zu Psychotherapiegruppen werden in Selbsthilfegruppen keine seelischen Störungen behandelt. Siehe Selbsthilfe.

  • Serodiskordant

    Beziehung zwischen einem HIV-positiven und einem HIV-negativen Menschen.

  • Serumchemie

    Eine Laboruntersuchung, bei der die Konzentrationen von ASAT und ALAT (zwei in der Leber reichlich vorhandene Enzyme) in Blut überprüft werden.

  • Sexuelle Funktionsstörung

    Störung der sexuellen Reaktionen und Abläufe, die von der betroffenen Person als leidvoll erlebt werden, weil die eigenen Ansprüche an Sexualität nicht erfüllt werden können. Dazu gehören z. B. Erektionsstörungen, vorzeitiger oder ausbleibender Samenerguss sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. 

  • Sexuelle Identität

    Das Geschlecht, zu dem sich ein Mensch zugehörig fühlt.

  • Sexuelle Orientierung

    Von welchem Geschlecht sich eine Person sexuell und gefühlsmäßig angezogen fühlt. Zum Beispiel gibt es hetero- und homosexuelle Orientierung.

  • Soziale Phobie

    Angsterkrankung, die durch Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen und der Furcht vor negativer Beurteilung durch andere gekennzeichnet ist und häufig zu sozialem Rückzug führt.

  • Stigma, Stigmatisierung

    Wörtlich: "Brandmal". Negative Bewertung (einer Eigenschaft) eines Menschen als von der sozialen Norm abweichend. Stigmatisierung kann nachfolgend zur Diskriminierung führen. 

  • Sucht

    Unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand (z. B. innere Ruhe, Euphorie, Glückgefühl), der bei Substanzabhängigkeit durch bestimmte Substanzen (z. B. illegale Drogen, Alkohol) oder bei abhängigem Verhalten durch bestimmte Verhaltensweisen (z. B. Glücksspiel) hervorgerufen wird. Auch als Sucht bezeichnet.

T

  • T-Zellen

    Zellen, die dem Körper helfen, sich gegen Infektionen und Erkrankungen zu wehren. Eine Untergruppe der T-Zellen sind die CD4-Zellen, die von HIV befallen und zerstört werden können. 

  • Tablettenbelastung

    Bezieht sich auf die Gesamtzahl der Tabletten, die eingenommen werden müssen. 

  • Therapietreue

    Ausmaß, in dem das Verhalten des Patienten mit der Empfehlung des Arztes übereinstimmt.

  • Tiefenpsychologische Psychotherapie

    Von der Psychoanalyse abgeleitete Therapieverfahren, basieren wie die Psychoanalyse auf psychodynamischen Theorien. Durchführung mit einer geringeren Gesamtzahl an Sitzungen und einer niedrigeren Stundenfrequenz.

  • Toxoplasmose

    Infektion mit bestimmten Parasiten (Toxoplasma gondii). Wird durch rohe Lebensmittel und Katzenkot übertragen und kann Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden, indem zum Beispiel das Gehirn befallen wird.

  • Trauma

    Durch ein schwerwiegendes, einmaliges oder vielfach wiederholtes, belastetendes Ereignis verursachte seelische Verletzung.

V

  • Verhaltenstherapie

    Psychotherapeutische Verfahren, die auf lerntheoretischen Konzepten (z. B. Klassische oder Operante Konditionierung) beruhen.

  • Virus

    Sehr kleiner Krankheitserreger, der keinen eigenen Stoffwechsel hat und für seine Vermehrung auf bestimmte Zellen des infizierten Menschen angewiesen ist. Das HI-Virus betrifft vor allem bestimmte Zellen des Immunsystems, aber auch andere Körperzellen des Menschen.

  • Viruslast

    Virusmenge im Blut. Je höher die Viruslast, umso ansteckender ist der Betroffene. Therapien haben zum Ziel, die Viruslast soweit zu verringern, dass auch mit den modernsten Methoden kein Virus mehr nachweisbar ist. Man sagt dann, dass die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist.

  • Viruslasttest

    Ein Test, der die Menge des HIV in Ihrem Blut misst. Die Ergebnisse können dazu beitragen, herauszufinden, wie gut Sie auf die derzeitige Therapie ansprechen und können bei der Beurteilung Ihrer Risiken, an neuen Infektionen zu erkranken, behilflich sein. 

W

  • Wartezeit

    Hier: Zeit zwischen der Kontaktaufnahme mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten und dem Erstgespräch bzw. zwischen dem Ertsgespräch und dem Beginn der Therapie. In der Regel bedingt durch die nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehenden Gesprächstermine bzw. Behandlungsplätze bei gleichzeitig hoher Nachfrage.

  • Wechselwirkung (Arzneimittelwechselwirkung)

    Wenn mehrere Arzneimittel (oder Arzneimittel und Drogen) gleichzeitig oder in kurzem Abstand eingenommen werden, können die Wirkungen sich gegenseitig beeinflussen. Möglich sind a) Wirkungsverstärkung, was zu relativer Überdosierung und damit verstärkten Nebenwirkungen führen kann oder b) Wirkungsabschwächung, was die Wirksamkeit beeinträchtigen kann, wenn ein gleichmäßiger Medikamentenspiegel aufrechterhalten werden muss (wie bei der ART).

  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

    Zellen, die dem Körper helfen, sich gegen Infektionen und Erkrankungen zu wehren. 

  • Wildtyp-HIV

    Ein HIV, das nicht mutiert ist (sich nicht verändert hat) und gegen das noch alle antiretroviralen Medikamente wirksam sind.