Glossar für Fachausdrücke

A

  • Adhärenz

    Ausmaß, in dem das Verhalten des Patienten mit der Empfehlung des Arztes übereinstimmt.

  • Antiretroviral

    Antiretroviral bedeutet gegen Retroviren gerichtet. Da HIV ein Retrovirus ist, spricht man bei der HIV-Behandlung auch von „antiretroviraler Therapie“.

  • Antiretrovirale Medikamente

    Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion, die sich gegen Retroviren wie das HI-Virus richten und deshalb als antiretroviral bezeichnet werden. 

  • Arzneimittelresistenz

    Bedeutet, dass das HIV nicht mehr auf das/die antiretrovirales(n) Medikament(e) anspricht.

     

B

  • Blister

    Plastik- oder Alufolien in die einzelne oder mehrere Tabletten eingeschweißt werden.

  • Boosting

    (engl.: to boost: verstärken, in die Höhe treiben) Verwendung eines Medikaments, um den Blutspiegel eines anderen Medikaments zu erhöhen. 

C

  • CD4-Zelle

    Helferzellen des Immunsystems

  • CD4-Zellzahl

    Die CD4-Zellzahl gibt die Anzahl bestimmter Zellen (CD4-Zellen, auch "Helferzellen" oder "T4-Zellen" genannt) des Immunsystems an, die durch das HI-Virus befallen werden können, und die für ein funktionierendes Abwehrsystem wichtig sind. 

  • CD4-Zellzahlbestimmung

    Eine Blutuntersuchung, die die Anzahl der CD4-Zellen in Ihrem Blut bestimmt, die ein wichtiger Hinweis auf den allgemeinen Zustand Ihres Immunsystems und auf das Fortschreiten der HIV-Infektion ist. 

  • Compliance

    Therapietreue, d.h. der Patient befolgt, was der Arzt empfohlen hat   

F

  • Fusionshemmer

    Fusionshemmer, gehören zur neuesten Gruppe der verfügbaren antiretroviralen Medikamente und verhindern, dass das HIV in die gesunden Zellen des Körpers eindringt. Das derzeit einzig verfügbare Medikament dieser Klasse muss als Spritze verabreicht werden. 

G

  • Genotypischer Test

    Dabei handelt es sich um einen Resistenztest, bei dem eine Blutprobe mit HIV untersucht wird, um festzustellen, ob es zu irgendwelchen Mutationen gekommen ist. 

  • Großes Blutbild

    Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit (Anteil des Volumens der roten Blutkörperchen am Gesamtblut), weißen Blutkörperchen (Leukozyten), roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut. 

H

  • HBV

    Hepatitis B Virus

  • HET

    Hormonersatztherapie; kann bei Wechseljahresbeschwerden hiflreich sein. Ob eine HET angewendet wird, entscheidet im Einzelfall der Frauenarzt.

  • HIV

    Humanes Immundefizienz Virus  bzw. Menschliches Immunschwäche Virus. Löst eine Immunschwäche aus, die unbehandelt zu AIDS führt.

     

  • HIV-Mutation

    Eine Veränderung im Erbgut des HIV. 

  • HbA1c-Test

    Eine Blutuntersuchung, um festzustellen, wie der Blutzuckerspiegel in den letzten 3 Monaten im Durchschnitt war. 

  • Hepatitis-C-Virus (HCV)

    Eines der bekannten Hepatitis-Viren, die eine Hepatitis (Leberentzündung) hervorrufen. 

  • Hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)

    Eine Kombination aus Medikamenten gegen das HI-Virus, die zusammengestellt wird, um das Virus an der Vermehrung zu hindern. 

  • Humanpapillomviren

    HP-Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, bestimmte HPV-Stämme können an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein. Mittlerweile gibt es Impfungen gegen HPV, diese können jedoch nur dann wirken, wenn noch keine Infektion erfolgt ist.

I

K

  • Kognitive Störungen

    Denkstörungen, Bewusstseinsstörungen

  • Kreuzresistenz

    Von Kreuzresistenz spricht man, wenn die Resistenz (Widerstandsfähigkeit) gegen ein antiretrovirales Medikament gleichzeitig auch eine Resistenz gegen ein anderes antiretrovirales Medikament bewirkt. 

L

  • Laktatazidose

    Eine mögliche schwere Nebenwirkung bestimmter antiretroviraler Medikamente, die sich in Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen äußert.

  • Lipidprofil

    Wird durch Blutuntersuchungen ermittelt, mit denen die Konzentrationen von Cholesterin und Triglyzeriden im Blut gemessen werden. 

  • Lipodystrophie

    Eine Nebenwirkung einiger antiretroviraler Medikamente, bei der es zu einer Störung der Fettverteilung im Körper kommt. An manchen Stellen (Arme, Beine, Gesäß, Gesicht) verschwindet Unterhautfettgewebe, während sich an anderen Stellen (Bauch, Nacken, Brüste) vermehrt Fett ansammeln kann. 

M

  • Malariaprophylaxe

    Malaria ist eine gefährliche Tropenkrankheit. Bei Reisen in entsprechende Länder kann die Einnahme bestimmter Medikamente sinnvoll sein, um eine Infektion mit Malaria zu verhindern.

  • Medikamentenspiegel

    Medikamente können nur dann gut wirken wenn eine bestimmte Wirkstoffkonzentration im Blut vorliegt. Ist die Konzentration geringer wirkt das Medikament nicht, ist sie zu hoch können Nebenwirkungen deutlich zunehmen. 

  • Mutation

    Siehe HIV-Mutation. 

N

  • Nachweisbar

    Man spricht von einer 'nachweisbaren' Viruslast, wenn bei einem HIV-Bluttest Kopien des HI-Virus im Blut festgestellt werden (derzeit liegt die Nachweisgrenze der Testverfahren bei etwa 50 Viruskopien pro ml Blut). 

  • Nachweisgrenze

    Konzentration von Viruspartikeln im Blut, unterhalb derer ein Nachweis mit modernen Methoden nicht möglich ist. Wenn die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze liegt sind nur sehr wenige Viren im Blut vorhanden.

  • Nicht nachweisbar

    Von 'nicht nachweisbar' spricht man, wenn bei einer Blutuntersuchung wegen zu geringer Mengen an Viruskopien kein HIV nachzuweisen ist. Derzeit liegt die Nachweisgrenze der Testverfahren bei etwa 50 Viruskopien pro ml Blut. 

  • Nicht-nukleosidale reverse Transkriptasehemmer

    Eine Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die Wirkung des gleichen Enzyms ("Werkzeug" des Virus) hemmen wie die NRTIs, sich aber chemisch von diesen unterscheiden. 

  • Nukes

    Siehe NRTIs. 

  • Nukleosidale reverse Transkriptasehemmer

    Die älteste Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die Fähigkeit des HIV hemmen, sein Erbmaterial zu kopieren. Ohne diese Kopien können keine neuen HI-Viren gebildet werden. 

  • Nukleosidanaloga

    Siehe Nukleosidale reverse Transkriptasehemmer.

O

  • Opportunistische Infektionen

    Häufig bei HIV/AIDS auftretende Infektionen, die durch die Schwächung des körpereigenen Immunsystems entstehen. Dies kann bei HIV-Infizierten mit niedrigen CD4-Zellzahlen der Fall sein, aber auch z.B. bei Patienten nach Organtransplantationen, die abwehrschwächende Medikamente einnehmen müssen.

     

P

  • Pearl-Index

    Maß für die Sicherheit einer Verhütungsmethode. Ein Pearl Index von 15 bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang eine bestimmte Verhütungsmethode anwenden und regelmäßig Sex haben, 15 Frauen schwanger werden.

  • Perinatale Übertragung

    Die Übertragung der HIV-Infektion von der Mutter auf das Kind während der Geburt des Kindes. 

  • Periphere Neuropathie

    Ein Krankheitsbild, bei dem die Nerven in den Füßen und Beinen sowie gelegentlich auch in den Armen und Fingern geschädigt sind und nicht mehr richtig funktionieren. In den betroffenen Regionen kommt es zu Taubheit, Kribbeln oder Schmerzen. 

  • Phänotypischer Test

    Ein Resistenztest, mit dem die Fähigkeit des HIV gemessen wird, sich während einer antiretroviralen Behandlung zu vermehren. 

  • Post-Expositions-Prophylaxe

    Medikamenteneinnahme nach einem meist sexuellen Kontakt mit einer HIV positiven Person, um eine Infektion zu verhindern. Muss innerhalb von maximal 24-72h begonnen werden.

  • Prophylaxe

    Prophylaxe bedeutet Vorbeugung bestimmter Erkrankungen. Damit bestimmte Bakterien sich nicht ausbreiten können, kann es z.B. bei geschwächtem Immunsystem sinnvoll sein, Antibiotika einzunehmen.

  • Protease

    Bestimmtes Enzym, welches Proteine spaltet und bei der Virusvermehrung eine wichtige Rolle spielt.

  • Proteasehemmer

    Eine Gruppe antiretroviraler Medikamente, die die HIV-Protease hemmen, ein Enzym ("Werkzeug" des Virus), das das HIV braucht, um sich zu vermehren. 

R

  • Repellent

    Cremes, Lotions oder Spray, die Insekten abhalten. 

  • Resistenzen

    HIV Medikamente wirken, indem sie die Vermehrung der HI-Viren behindern. Im Laufe einer Behandlung können jedoch Viren Abwehrstrategien gegen die Wirkstoffe entwickeln, wodurch diese dann unwirksam werden. In diesem Falle spricht man von Resistenz. Resistenzen können sich besonders dann entwickeln, wenn die Viruslast trotz Behandlung hoch ist.

  • Retrovirus

    Bestimmtes Virus, welches als Erbinformation RNS besitzt (der Mensch besitzt DNS) und daher das Enzym Reverse Transkriptase benötigt, um die eigene RNS in DNS umzuschreiben, weil die Virus-Erbinformation nur als DNS in die menschliche DNS eingebaut werden kann. HIV ist ein Retrovirus. Die Medikamente werden daher als „antiretroviral“ bezeichnet.

  • Reverse Transkriptase

    siehe Retrovirus

  • Rezeptiver Geschlechtsverkehr

    Empfangender Geschlechtsverkehr, dringt selbst nicht ein.

S

  • Serumchemie

    Eine Laboruntersuchung, bei der die Konzentrationen von ASAT und ALAT (2 in der Leber reichlich vorhandene Enzyme) in Ihrem Blut überprüft werden. 

T

  • T-Zellen

    Zellen, die dem Körper helfen, sich gegen Infektionen und Erkrankungen zu wehren. Eine Untergruppe der T-Zellen sind die CD4-Zellen, die von HIV befallen und zerstört werden können. 

  • Tablettenbelastung

    Bezieht sich auf die Gesamtzahl der Tabletten, die eingenommen werden müssen. 

  • Toxoplasmose

    Infektion mit bestimmten Parasiten (Toxoplasma gondii). Wird durch rohe Lebensmittel und Katzenkot übertragen und kann Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden, indem zum Beispiel das Gehirn befallen wird.

V

  • Virus

    Sehr kleiner Krankheitserreger, der keinen eigenen Stoffwechsel hat und für seine Vermehrung auf bestimmte Zellen des infizierten Menschen angewiesen ist. Das HI-Virus betrifft vor allem bestimmte Zellen des Immunsystems, aber auch andere Körperzellen des Menschen.

  • Viruslast

    Virusmenge im Blut. Je höher die Viruslast, umso ansteckender ist der Betroffene. Therapien haben zum Ziel, die Viruslast soweit zu verringern, dass auch mit den modernsten Methoden kein Virus mehr nachweisbar ist. Man sagt dann, dass die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist.

  • Viruslasttest

    Ein Test, der die Menge des HIV in Ihrem Blut misst. Die Ergebnisse können dazu beitragen, herauszufinden, wie gut Sie auf die derzeitige Therapie ansprechen und können bei der Beurteilung Ihrer Risiken, an neuen Infektionen zu erkranken, behilflich sein. 

W

  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

    Zellen, die Ihrem Körper helfen, sich gegen Infektionen und Erkrankungen zu wehren. 

  • Wildtyp-HIV

    Ein HIV, das nicht mutiert ist (sich nicht verändert hat) und gegen das noch alle antiretroviralen Medikamente wirksam sind.